Retrobereicht Teil II / Thessaloniki März 2009

Hallo werte Leserschaft,

im zweiten Teil der legendären 0-0 Spiele berichte ich von einem Spiel aus Griechenland. Wer das Land kennt, der weiß, dass der Fanatismus der Anhänger schier grenzenlos ist. Nicht umsonst sind bei Stadtderbys in Athen und Thessaloniki, sowie sonstigen Risikospielen, keine Gästefans zugelassen. So auch bei dem Spiel, über welches ich berichte. Nun werden viele denken; keine Tore und keine Gästefans...? Da ist ja langeweile vorprogrammiert. Doch lest einfach selbst. Für mich war es ein weiteres 0-0 Spiel, welches unvergessen bleiben wird.

08.03.2009

P.A.O.K.  F.C  vs.  Olympiacos  C.F.P.


oder

Bürgerkrieg in Thessaloniki
(als der Fußball zur Nebensache wurde)

In Thessaloniki gibt es, wie bekannt, 2 oder 3 große Fußballclubs, zählt man Iraklis, dessen Szene sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat, dazu. Während für Aris der Hassgegener ganz klar PAOK darstellt, ist dies im umgekehrten Fall nicht so klar zu erkennen. Aus meinen besuchten Spielen in Thessaloniki und Gesprächen mit PAOK Fans ist deren Hassgegner Olympiakos. Übrigens der meistgehasste Verein in Griechenland. Man wirft ihm Bevorzugung der Regierung und in Folge dessen verpfiffene Spiele vor. Der Verein aus dem Hafenviertel Piräus hat zwar eine große Anhängerschaft im ganzen Land, wird dafür aber von dem Rest umso mehr gehasst.

Während in der Stadt Thessaloniki PAOK und ARIS sich die Anhänger teilen, so stehen fast 90% der Nordgriechen hinter PAOK. Man sieht sich als so eine Art Gegenpool zu dem verhassten Hauptstadtclub, obwohl man an die sportlichen Erfloge in keinster Weise heranreichen kann.

Nur einmal im Jahre 1997 durfte ich dieses Spiel mit Gästefans erleben aber wie bereits erwähnt; die Gewaltspirale wurde und ist überdreht und somit fand auch dieses Spiel ohne Gästefans statt.

Wie das bei Hoppern so ist, fand man vor dem Abendspiel noch einen unterklassigen Kick. Nach diesem Spiel wurde das Miet-Kfz am Iraklisground geparkt, um die letzten Meter zur Toumba, so der Name des Stadions von PAOK, zu Fuß zu bestreiten. Man war kurz vor dem Objekt seiner Begierde, als ein norddeutscher Hopperkollege, eigentlich übervorsichtig und immer sehr früh vor Spielanpfiff am/im Stadion,  folgendes zu mir sagte; "Patty, es gibt in Europa keine Spiele mehr, wo man 2 Stunden vor Anpfiff am Stadion sein muss"......Die letzten Buchstaben dieser Erkenntniss erreichten gerade mein Kleinhirn, als man um die Ecke bog, vor dem Stadion stand und mittendrinn war; im Bürgerkrieg, der sich vor unseren Augen abspielte.....

Vermummte Jugendliche mit Flaschen, Steine und Eisenstangen; die Staatsmacht mit Tränengas und Gummigeschossen. Hier war def. kein durchkommen zu unserem Eingang, um unsere reservierten Karten abzuholen.

Man schaute ziemlich blöde aus der Wäsche, da dies mehr nach Bürgerkrieg, als nach "hier findet in 90 Minuten ein europäisches Fußballspiel in der höchsten Spielklasse statt", aussah.....

Irgendwann geriet dann der (Gewalt)mob in Bewegung und dem Prinzip des Herdentriebs folgend, war dann alles am rennen oder flüchten. Wir trabten lässig mit, um den Tränengasgranaten und Gummigeschossen keine Angriffsfläche zu bieten.

Als 3-4 Meter neben uns ein Molotowcocktail in Flammen aufging, wofür diese Brandflaschen halt mal zusammengebastelt werden, wurden auch wir plötzlich schneller. Selbst der norddeutscher Hopperkollege, über 40 und mit zuviel Körpergewicht, wurde nicht mehr gesehen...Nicht nur die bei allen Fußballfans verhasste Gummibärchenbrause verleiht Flügel; nein auch die gute alte Angst kann einem Flügel verleihen. War aber wirklich krass. Habe ja schon einiges erlebt aber Brandsätze war auch für mich neu; also war erstmal flüchten angesagt.

Über Umwege schaffte man es doch noch zu seinem Eingang und wurde von Offiziellen sogleich ins Innere gezogen, sah man doch unsere vom Tränengasnebel in Mitleidenschaft gezogenen geröteten und verweinten Augen. Auch Pressekollegen flüchteten mit vertränten Augen zum Eingang in das vermeintlich sichere "Innere". Draußen vor dem Stadion tobte wirklich die Hölle. Aber auch im vermeintlich sicheren Ground herrschte völliges Chaos. Mit Tränen in den Augen, nicht vor Freude, kämpfte man sich zum Fahrstuhl vor, wo schon jede Menge anderer Journalisten mit roten "Tränengasaugen" warteten......Eiegentlich wollten wir zur "Media Entrance", um unsere reservierten Arbeitskarten abzuholen, schafften es aber nur bis zur Etage der VIP`s.

Der norddeutsche Hopperkollege wollte dann, todesmutig, per Treppenhaus sich weiter vorkämpfen. Als er die Tür zum Treppenhaus öffnete, kamen ihm schon andere Journalisten mit Schal oder Taschentuch vorm Gesicht entgegen; kein durchkommen gegen den Tränengasnebel. Wir beobachteten dann erstmal von der VIP-Tribüne und warfen erste Blicke in das Stadioninnere. In Gate 4 "schwappten" immer wieder mehrer Fans schwunghaft in den Ground. Uns war klar; def. ohne Karte.......Wie auch immer aber Gate 4 hatte die Kontrolle an sich gerissen.

Von draussen hörte man immer wieder Böller und Schießgeräusche. (Erinnerte ein wenig an Catania vs. Palermo 2007). Ein Polizist im Ground, der deutsch sprach, erklärte uns, dass man nicht wisse, ob man das Spiel anpfeifen könne......

Die Staatsmacht hatte nichts unter Kontrolle und der Mob wütetete. Gate 4 hatte zeitweise die Macht an sich gerissen.

Letztendlich wurde angepfiffen und Gate 4 bzw. alle PAOK Fanatiker hielten ihr versprechen; für die Mannschaft aus Athen wurde es die versprochene/angedrohte Hölle. Als die Spieler von Olympiakos zum warmmachen das Feld betraten glich die Toumba einem Tollhaus. Papierrollen, eigentlich als optischer Eröffner gedacht, flogen, neben unzähligen Bengals und anderen Wurfgeschossen, unausgerollt auf die Spieler. Wenn man von einem Heimvorteil sprechen möche; hier war er gegeben, bzw. so ein Spiel wäre in Deutschland niemals angepfiffen worden...

Das gleiche Tollhaus, als die ersten PAOK-Spieler den grünen Rasen betraten. So müssen Galdiatorenkämpfe im alten Rom abgelaufen sein. Zuerst betritt der zum sterben verdammte Gladiator die Arena, dann sein vermeintlicher Bezwinger.......

Während sich beide Mannschaften auf dem grünen Rasen aufwärmten, einzelne Spieler einer Mannschaft immer Wurfgeschossen ausweichend, klärte mich eine griechische Arbeitskollegin über den aufgestauten Hass auf. PAOK hatte unter der Woche das Pokalrückspiel bei Olympiakos in der Nachspielzeit mit 0-2 verloren. Zusätzlich wurden 50 PAOK VIP`s angegriffen, während man die Olympiakos VIP`S in der Toumba in Ruhe lies. Gate 4 schwor daraufhin Rache und drohte der Mannschaft von Olympiakos, sie würde die Stadt nicht erreichen und falls doch, würde es die Hölle werden. Olympiakos forderte daraufhin von der Regierung Staatsschutz. Die Mannschaft kam nicht in ihrem "normalen" Mannschaftsbus, sondern in einem neutralen Polizeibus nach Thessaloniki. Von denen kreisten mehrere in der Stadt umher, so dass niemand wusste, in welchem Bus sich die Mannschaft aus Piräus befand. Krasse Kiste. Ob es geholfen hat? So wurde halt alles angegriffen, was nach Polizeibus aussah.

Irgendwann verschwanden beide Mannschaften in den Kabinen. Die einen frenetisch gefeiert, die anderen mit Wurfgeschossen eingedeckt.


Dann war es soweit; die Mannschaften betraten den Platz und Gate 4 hielt sein versprechen. Das Intro war Hölle pur. Jede Menge Konfetti, Kassenrollen und vor allem Bengals, Bengals, Bengals. So schafft man Atmosphäre, so verschafft man sich Respekt. Zusätzlich wurden noch Raketen in den Nachthimmel geschossen. Böller kamen auch noch zum Einsatz. Wenn man da als Gastspieler keinen Repekt hat, wann dann.....?

Zum Spiel selbst braucht man nicht viel zu schrieben; ein Grottenkick. Heute beeindruckten vor allem die Rahmenereignisse. Wäre ein Tor für den verhassten Hauptstadtclub gefallen; das Spiel wäre abgebrochen worden. Wäre ein Tor für PAOK gefallen; Toumba wäre explodiert.......

Das lustigste, für uns als Zuschauer, weniger für die Spieler, waren noch die Eckbälle von Olympiakos. Mussten diese gar in der Ecke vor Gate 4 ausgetragen werden, weigerten sich die Spieler oft; und nicht zu unrecht.......Knallkörper, Plastikflaschen, Münzen; einfach alles regnete auf die auszuführenden Spieler nieder. Siehe auch Video

Nach dem erlösenden Schlusspfiff für die Olympiakosspieler, waren die PAOK-Fanatiker mit dem torlosen Ergebnis sichtlich unzufrieden, stürmten den Platz und versuchten die Spieler von Olympiakos mit Fußtritten in die Kabine zu verabschieden. Antonios Nikopolidis, Torhüter von Olympiakos, wusste sich nur mit einem spektakulären Karatetritt zu wehren.......

Nach dem Spiel hatten wir nur noch das Problem zu lösen, unversehrt zu unserer Unterkunft zu kommen. Es "schepperte" an jeder Ecke. Tränengas lag in der Luft und überall hörte man "bumm-bumm"-Geräusche der Staatsmacht.

Als Folge der unschönen Ereignisse musste PAOK seine nächsten beiden Heimspiele ohne sein "böses" Publikum austragen und wurde zu einer Geldstrafe (Höhe nicht bekannt) verurteilt.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2013 und ein Ende der Gewaltspirale in Griechenland ist nicht absehbar........




Für mich war dieses Spiel ein weiteres 0-0, was ich nie vergessen werde.


Weitere Videos und Bilder auf meiner Fotoseite.















Retrobericht Teil I / Pisa April 1997

Hallo werte Leserschaft,

die langweiligen und, für die meisten von uns, fußballlosen Sommermonate, werde ich ein wenig mit beigewohnten legendären 0-0 Spielen überbrücken. Tore sind das Salz eines jeden Fußballspiels. Dennoch gibt es auch torlose Spiele, die niemand vergessen wird. Anfangen möchte ich diese Reihe mit einem 0-0 Spiel, welches auch mir unvergessen bleiben wird.


06.04.1997

A.C Pisa vs. U.S. Livorno

oder

der Tag der neue Horizonte öffnete.

Italien war das erste Land in dem ein Fußballspiel abseits vom Heimatland beigewohnt wurde. 1990 folgte man seinem Stammverein nach Genua. Aber erst 4 Jahre später sollte mich der Virus "Groundhopping" befallen und mich wieder in das Land, in dem alles anfing, bringen.

Glücklicherweise lies man schon am Anfang seiner "Groundhoppingkarriere" die Vernunft siegen. Statt "Sportplätze" bei unterklassigen Spielen zu sammeln, entwickelte man sich schnell zum Qualitätsfahrer. War es doch viel sinnvoller samstags seinen Stammverein in Hamburg zu unterstützen und sonntags drauf in Rom dem Derby beizuwohnen. Geografisch grenzwertig aber was tut man nicht alles für seine Ziele....? Beim Rückspiel des römer Derbys hatte man nicht ganz so viele Kilometer zu bewerkstelligen. Mein Verein spielte Vortags "nur" in Bremen........

Schon früh entdeckte man, dass auch abseits der großen Vereine in Mailand, Turin und Rom einiges geboten wurde und auch in der Serie B richtig guter Sound im Ground herrschte. Vor allem die Abendspiele samstags in der Serie B konnten begeistern. Wurde bei diesen Spielen doch allerhand Pyrotechnik gezündet.

Im Jahr 1996 tauchte man dann erstmalig in die Niederungen des italienischen Fußballs ein und besuchte ein Spiele in der Serie C1 (3.Liga). Schon ein Jahr später sollte dann auch mein erstes und wohl auch eindrucksvollstes Spiel in der Serie C2 (4.Liga) folgen. Nicht nur eindrucksvoll für ein Spiel in der Serie C2; nein, eines meiner beeindruckendsten Spiele im geliebten Stiefel überhaupt.

Auf der Suche nach neuen Zielen im Stiefel war man montags regelmäßiger Kunde beim Zeitungshändler am Bahnhof und besorgte sich die rosa Sportzeitung. Ergebnisse, Tabellenstände und vor allem eines interessierte einen; Zuschauerzahlen. Vorzugsweise von unterklassigen Vereinen, die man noch nicht besucht hatte.

Animiert durch Bilder im "Supertifo", der bei jeder Italienreise besorgt wurde, und Zuschauerzahlen suchte man sich so neue Ziele aus in einer Zeit ohne www.

In der Saison 96/97 schaffte der Traditionsclub A.C. Pisa, nach Insolvenz und Neugründung, den Sprung in die Viertklassigkeit. Sofort wurde auf der Landkarte nach lohnenden Zielen/Gegnern für ein Spiel in Pisa gesucht. Fündig wurde man mit der Hafenstadt Livorno. Heimat des U.S. Livorno, ca. 25 Kilometer südlich von Pisa gelegen, die in der gleichen Spielklasse kickten. Auf alle Fälle mal ein Nachbarschaftsderby. Das sich die Anhänger beider Vereine spinnefeind waren, wusste man zu diesem Zeitpunkt noch nicht. 

Heutzutage "googelt" man ein wenig und weiß, was einen erwartet. Planungssicherheit gegeben aber der Überraschungsmoment kommt zu kurz....

Hauptrivale für Pisa zu jener Zeit war eigentlich der A.C. Florenz, der jedoch einen gemütlichen Stiefel in der Serie A kickte. Die Fans aus der Hafenstadt Livorno waren mit denen aus der Hauptstadt der Toskana freundschaftlich verbandelt. Nicht nur die gemeinsame Abneigung gegen Pisa, auch gemeinsame politische Ansichten, schweißen zusammen. Livorno gilt als Wiege des italienischen Kommunismus. Hier wurde 1921 die Kommunistische Partei Italiens gegründet und auch die Anhänger Livornos stehen dem kommunistischen Gedankengut positiv gegenüber. In Florenz gab es zu dieser Zeit eine linke und eine unpolitische Kurve.

Fußball ohne Politik in der Kurve? In Italien undenkbar. Die Kurve ist links, die Kurve ist rechts und in Ausnahmefällen unpolitisch....

Livorno, Livorno, da war doch mal was.....? Genau. 1995 wurde zum dritten male das römer Derby angesteuert. Gleichzeitig das erste Derby am Abend. Vorher hätte man theoretisch noch ein Spiel in der Region Umbrien, nämlich in Terni, schauen können. Ternana Calcio vs. U.S. Livorno in Liga 4. Von Terni kannte ich einige gute Bilder aus dem Supertifo. Originelle Vereinsfarben, originelles Stadion, tolle Fans; passte eigentlich alles; naja, fast alles. Die Ankunftszeit in Rom war mir einfach zu knapp. Die Kartenfrage für das Derby war noch nicht 100%zig geklärt und für ein Spiel in der vierten italienischen Liga wollte man das Derby def. nicht aufs Spiel setzen. Das Vertrauen in die italienische Staatsbahn tat ein übriges, den eventuellen "Doppler", abzuhaken.

Einen Tag später erfuhr man aus der rosa Sprortzeitung nicht nur die offizielle Zuschauerzahl vom besuchten Derby in Rom, sondern auch, dass ca. 12.000 Tifosis in Terni dem Spiel beiwohnten; in Liga 4. Terni war schon länger auf meiner Speißekarte aber somit war auch Livorno gesetzt, demnächst von mir besucht zu werden.

Beim aufeinandertreffen der beiden Rivalen Pisa und Livorno in der Saison 96/97 wurde das Hinspiel in Livorno ausgetragen. Eigentlich ideal, um dem Traditionsverein aus der Hafenstadt einen Besuch abzustatten. Blöderweise hatte Kollege "Spielplangott" null Rahmenprogramm. Schon finanzieller "Hardcore" für ein italiensiches Viertligaspiel alleine anzureisen. Es galt also die Werbetrommel für das Spiel zu rühren. Im Jahr 1997 war "Groundhopping" noch kein Volkssport. Eine noch relativ überschaubare Gruppe, verstreut im gesamten Bundegebiet, verbrachte ihre Freizeit mit dem kennen lernen von fremden Ländern/Kulturen, besuchen von Fußballspielen und dem sammeln neuer "Grounds". Bekannte aus Norddeutschland konnte man abhaken; zu groß der Aufwand. Jäger & Sammler aus meiner Region fielen auch als Begleiter aus; zu geringe Ausbeute......Sah nicht wirklich gut aus. Ein letzter Versuch bei einem Kollegen, der Qualitätsspiele zu dem damaligen Zeitpunkt von den Zuschauerzahlen abhängig machte.....

Es spielte sich folgendes Telefongespräch ab: "Moin XXX; Lust am Wochenende auf das Nachbarschaftsderby Livorno vs. Pisa...?"  Konnte die Fragezeichen, die sich am anderen Ende der Telefonleitung bildeteten, förmlich spüren und es kam auch die leicht verwirrte Gegenfrage zurück. "Spielen die Serie B?". Meine Chancen auf Begleitung fielen bei dieser Gegenfrage auf 0,5% "Ähm, nö. Das ist Serie C2". Was würde jetzt wohl passieren; genau...."tut-tut-tut-tut....." Alleine anzureisen; dafür war mir der finanzielle Aufwand zu hoch. Man war zwar schon öfters alleine im Stiefel unterwegs aber da sprangen dann immer mehrere höherklassige Spiele bei raus. Meist samstags abends Serie B und sonntags Serie A. Spiele, wo man einigermaßen sicher sein konnte, dass einen Gutes erwartet.......Will es kurz machen. Genauso, wie es legendäre 0-0 Spiele gibt, gibt es auch Spiele, die man ein Leben lang bereut, nicht besucht zu haben...........

Beim montäglichen durchblättern der rosa Sportzeitung fiel einem dann die Kinnlade richtig derbe gegen Süden. Die Gazzetta widmete dem Derby eine Doppelseite. Eine Doppelseite für ein Spiel in der 4.Liga in der wichtigsten Sportzeitung des Landes. Eine Doppelseite in einer von Inter, Milan, Juve dominierten Zeitung. Die Gazzetta schwärmte von einer tollen Choreographie der Livorno Tifosis und einer tollen Stimmung unter den 13.000 Zuschauern. Nach der Lektüre standen 2 Sachen fest. Das "unterklassige" Italien muss erobert werden und das Rückspiel in Pisa war ein absolutes Muss!

Am 06.04.1997 war es dann soweit. Diesmal meinte es der Spielplangott besser mit einem. Tags zuvor fand das samstägliche Serie B Abendspiel statt. Der Spielplangott meinte es diesmal richtig gut. Nicht weniger als das Apulienderby, Bari vs. Lecce, wurde als Samstagsspiel angesetzt.

Geografisch nicht ganz so toll aber augestattet mit einem Eurodomino-Ticket für Italien war einem das Egal. Die Vorfreude auf dieses Wochenende war dementsprechend groß. In Bari traf man dann noch 3 Kollegen, u.a. auch den "tut-tut-tut"-Kollegen, die zuvor ein Länderspiel in Sarajeov begutachtet hatten und mit der Fähre in Bari ankamen. Das große Apulienderby war dann allerdings eine einzig große Entäuschung. Die Baritifosis streikten und die knapp 1.000 Anhänger aus Lecce konnten in dem weiten Rund auch keine richtige Stimmung erzeugen. Letztendlich wohnten nur 8.524 sportbegeisterte dem Derby bei. Aber das Serie B-Spiel sollte ja auch nur die willkommene Vorspeiße für mein geplantes Spiel in der Serie C2 darstellen. Das lustigste an dem Spiel war noch die Tatsache, dass ein Kamerateam unseren nordeutschen Hopperkollegen interviewte, da sie dachten, wir wären wegen dem neuen Trainer von Bari, Thomas Doll, anwesend. Der norddeutsche Hopperkollege genoss die Aufmerksamkeit und niemand der Interviewer ahnte, dass das Apulienderby nur willkommene Zugabe für unser eigentliches Zielspiel war, was eh niemand verstanden hätte.........

Am Bahnhof in Bari trennten sich dann wieder die Wege mit den Kollegen, da ich auf meinen Nachtzug mit Liegewagenreservierung wartete. Musste dann allerdings die schmerzliche Erfahrung machen, dass mein Liegewagen, gebucht für 00:05 Uhr, nicht für Sa. auf So. galt, sondern für So auf Mo.......... Aber alles halb so wild; der Zug war leer und man konnte sich in einem 4er-Abteil alleine ablegen. 

Bevor jetzt blöde Kommentare kommen. Nein, es gab kein www. mit Rückfragen bei einer Buchung "Sind Sie sicher?" und/oder pop-ups, Warnhinweisen, überprüfen Sie Ihre Buchung, bevor Sie endgültig buchen, usw. 

Man musste damals für eine Liegewagenreservierung richtig zum Bhf laufen und sich in eine Schlange am DB-Schalter anstellen. Weiter musste man Glück haben, einen fähigen DB-Mitarbeiter zu erwischen. Nicht selten gab es folgende oder ähnliche Dialoge. "Hallo, benötige eine Verbindung von Chiasso nach Foggia in Italien". "Foggia?" "Ja, Foggia. F-o-g-g-i-a geschrieben. Adriaküste in Italien". "Ah Urlaub in Rom, ich suche Ihnen eine Verbindung raus......." Irgend so einer DB-Leuchte verdanke ich dann wohl auch meine Liegewagenreservierung von So. auf Mo, statt von Sa. auf So. von Bari (B-a-r-i) nach Pisa (P-i-s-a)...........Zur Ehrenrettung der DB. Das Tarifsystem ist zu komplex. Mehdorn hat es noch komplizierter gestaltet und irgendwie lässt man die Mitarbeiter ja auch im Regen stehen.......

Ausgeschlafen erreichte man Pisa. Frisch machen inkl. Zahnhygiene konnte man sich am Bahnof. Damals noch völlig kostenneutral. Nach Katzenwäsche und Mundhygiene machte man sich gleich zum Stadion auf, wo schon allerhand los war. Das Stadion "Garibaldi" liegt direkt neben dem Rasenplatz Piazza del Duomo, wo viele Hauptattraktionen von Pisa stehen. Nicht nur der schiefe Turm hat Pisa berühmt gemacht. Da wären noch der Dom Santa Maria Assunta. Zum Dom Santa Maria Assunta gehört praktisch der Schiefe Turm als Glockenturm, der auf sumpfigen Gebiet erbaut wurde und schon früh abknickte. Das Baptisterium in Pisa ist die Taufkirche des Doms. Sie ist u.a. die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Es gab also auch viel Kultur zu bestaunen.

Wie bereits erwähnt war am Stadion schon allerhand los und angelockt durch den Lärm und die Gesänge verirrte sich so mancher Tourist um das Stadiongelände. So auch ein Exemplar aus Wilhelmshaven samt Familie die aber gebührend abstand nahm, da gerade Nebeltöpfe gezündet wurden. Der Tourist war dann auch sichtlich beeindrukt von den Gesängen und dem ganzen Trubel. Als er mich als deutschen outete, stellte er mir folgende Suggestivfrage; "Pisa spielt aber nicht in der ersten Liga!?". Immerhin, der sportinteressierte Kollege kannte sich aus. Als ich ihn kurz aufklärte, wurde er richtig blaß um die Nase und erklärte mir, dass er aus Wilhelmshaven komme, der Verein ebenfalls in der 4.Liga spiele aber bei den Kicks nicht annähernd soviel los sei wie hier.........

Der Tourist aus Wilhelmshaven hegte sichtliches Interesse an dem Spiel und fragte mich, zurückschauend auf seine Familie, die immer noch mit gebührenden Abstand wartete, ob ich im raten würde mit seiner Familie das Spiel live zu begutachten. Ich riet ihm sich eine Tribünenkarte zu kaufen und seine Familie während des Kräftemessens auf dem grünen Rasen am schiefen Turm zu parken, was er mit gedankenverlorenen kopfnicken, immer noch versuchend, die Eindrücke um ihm herum zu verarbeiten, zustimmte.

Ob der Bürger aus Wilhemlshaven meinen Rat befolgte bekam ich nicht mehr mit, da ich mich verabschiedete, um das Stadion zu betreten. In der Pisakurve lag schon jede Menge Chorematerial aus, soweit man dies aus der Entfernung erkennen konnte. Das Ankommen der Gäste aus der Hafenstadt in Pisa hat man leider nicht mitbekommen. Den Abtransport sollte man nach dem Spiel dafür umso intensiver erleben. Die Gäste bekamen eine komplette Hintertorkurve, die auch rappelvoll wurde. So waren dann unter den ca. 14.000 Zuschauern auch ca. 4.000 Livorno Tifosis letztendlich wohl live dabei.

Die Stimmung vor dem Spiel definitiv Serie A tauglich, bzw. besser wie bei vielen Spielen in der höchsten italienischen Spielklasse. Aus der Livornokurve flogen ständig herausgetretene Sitzschalen auf den Rasen. Die Jungs hatten sichtlich Spaß daran, soviel Sachschaden im Gästeblock des Rivalen zu verursachen, wie nur möglich. Dann war es endlich soweit. Die Pisakurve präsentierte ihre vorbereitete Choreographie. 

Jede Menge blaue Fähnchen und Mittig wurde eine große schwarz-blau gestreifte Blockfahne hochgezogen. Auf den unteren Sitzreihen hielten die stehenden Tifosis grüne Papptafeln hoch. Den Sinn der grünen Pappen verstand man zuerst nicht aber es klärte sich alles auf. Die Gegengerade streckte schwarze und blaue Pappen gegen Norden.

In der Livornokurve wurde kräftig gezündelt. Jede Menge Bengals erzeugten ein tolles Kurvenbild. Neben den Sitzschalen, die schon die ganze Zeit auf den Rasen flogen, wurden die brennenden Bengals ebenfalls auf dem Platz entsorgt, was jede Menge Nebel verursachte. Das intensive Werfen der Bengalfackeln auf den Platz hatte man in dieser Dimension in Italien noch nicht erlebt.

Ein toller optischer Auftakt von beiden Seiten. Man darf nicht vergessen. Wir befinden uns im Jahre 1997 bei einem Spiel in der 4.Liga. Während man noch begeistert das optisch dargebotene beider Kurven beobachtete und für die Ewigkeit ablichtete, toppte die Pisakurve ihren Auftritt. Die Blockfahne lichtete ihr Geheimnis, was sie, ausser den Pisatifosis, noch unter sich verbarg. 

Die Blockfahne wurde heruntergelassen und präsentierte die Wahrzeichen der Stadt; Spitzenklasse. Vor dem Spiel auf dem Rasenplatz "Piazza del Duomo" die Gebäude noch bestaunt, wurden sie jetzt von der Pisakurve präsentiert. Der schiefe Turm, das Baptisterium und Mittig der Dom Santa Maria Assunta. Bekomme jetzt noch beim schreiben Gänsehaut. Triffte nicht gerne in Superlativen ab ber das war ganz großes Kino. Jetzt ergab auch alles einen Sinn. Die blauen Fähnchen symbolisierten den Himmel und die grünen Papptafeln den Rasenplatz auf welchen sich die Wahrzeichen der Stadt gegen den Himmel strecken. Idee und Umsetzung der Choreo nach Schulnotensystem bewertet; eine glatte 1. Man zeigte den Gästen, dass man stolz auf seine Stadt ist und mit dem präsentieren der Wahrzeichen provozierte man wohl ein wenig, da die Hafen- und Heimatstadt der Gäste, vorsichtig ausgedrück um nicht in unschönen Adjektiven abzurutschen, ziemlich "Highlightlos" dasteht......


Die Gäste hingegen waren wohl relativ unbeeindruckt und mit dem werfen von Sitzschalen und abfackeln von Bengalen beschäftigt. Ob sie die Choreo hinter der Nebelwand überhaupt sehen konnten bleibt bis heute ungeklärt....

Als sich die Nebelwand lichtete konnte man die Zerstörungswut, in Form von herausgetretenen Sitzschalen begutachten

Das Spiel konnte beginnen. Leider kann man von dem Spiel kaum Videos im Netz finden. Glaubt mir einfach; die Stimmung war auch torlos der Hammer. Es gab auf beiden Seiten kaum Pausen beim support, obwohl das gekicke auf dem grünen Rasen wirklich viertklassig war...

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zündeten die Pisa Tifosis jede Menge Nebeltöpfe in den Farben Blau und schwarz; wobei das schwarze etwas dominierte. 

Der Rauch vernebelte nicht nur die gesamte Kurve, der Rauch zog auch Richtung Spielfeld, so dass die zweite Halbzeit erst mit Verspätung angepfiffen werden konnte. Als sich der Nebel lichtete wurden jede Menge Spruchbänder gegen Livorno präsentiert, die man aber aufgrund der Entfernung und Nebelfetzen die durch die Luft zogen, nicht entziffern konnte. Es werden keine Liebesgrüße gewesen sein.....Der Hass von beiden Seiten war jederzeit präsent und spürbar. Die Anzahl der herausgetretenen und auf dem Platz entsorgten Sitzschalen der Livornesis stieg parallell zur Spieldauer.



Das Spiel endete, wie bekannt, torlos und trotzdem waren alle anwesenden Hopper, 4 Stück, hochzufrieden mit dem erlebten auf den Rängen. Jetzt galt es noch zum Bahnhof zu kommen.


Ca. 4.000 Gästefans hatten das gleiche Ziel. Escortiert von jeder Menge Staatsmacht hinterliesen sie trotzdem eine Spur der Verwüstung. Schon am Rasenplatz Piazza del Duomo kam es aufgrund des großen Polizeiaufgebotes und dem Lärm zu erschrockenen Touristen. Aus dem von der Polizei geführten Livornocorteo flogen dann auch allerhand Steine und andere Wurfgeschosse. Die Livornotifosis hinterließen eine Spur der Verwüstung. Brennende Roller, Mülltonnen, zerborstene Glasscheiben, usw. Kein schöner Abgang. Dabei endete das Spiel doch ganz friedlich torlos.

Als Folge dieses unschönen Verhaltens erhielt Livorno beim nächsten Gastspiel nur noch eine Hälfte der Hintertorkurve, was die Jungs aus der Hafenstadt aber nicht hinderte, das Tor zur anderen Kurvenhälfte aufzubrechen, um sich aus nächster Nähe mit den Pisatifosis Sitzschalen und Bengalen aus nächster Nähe um die Ohren zu hauen, während die Staatsmacht mit Tränengasgranaten hantierte. Mit die schlimmsten Ausschreitungen, die ich in einem italieneischen Stadion erleben musste. 

Beim dritten aufeinandertreffen in Pisa sorgten die Pisaanhänger für einen Eklat. Sie lagen gegen den Erzrivalen mit 0-1 zurück und nur ein Sieg hätte noch für theoretische Aufstiegschancen sorgen können. Sie beendeten das Spiel auf Ihre Weise. Hunderte von Sitzschalen wurden auf das Spielfeld geworfen, so dass sich der Unparteische gezwungen sah, das Spiel abzubrechen.

Alle drei Derbys werde ich nie vergessen; auch wenn das erste Aufeinandertreffen, welches besucht wurde, torlos endete.

Forza Livorno

ps.: Mittlerweile hat sich die größte Ultragruppe Livornos, die BAL (Brigate Autonome Livornesis) aufgelöst. Gegen die Ultragruppe wurde seitens der Staatsanwaltschaft unter Berlusconis Herrschaft seit 2005 wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.




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Frühlingsgefühle in Belgrad

Derby Belgrad  

F.K. Partizan Beograd  vs.  F.K. Crvena Zvezda 

18.05.2013

 

Alle hatten wir den selben großen Traum. Wir wollten die Sterne auf ihren letzten Spielen zur Meisterschaft begleiten. 

Nach teilweise 9 Punkten Rückstand auf die Totengräber konnte man sich bis auf 2 Punkte herankämpfen und 3 Spieltage vor Schluss aus eigener Kraft die Meisterschaft gewinnen. Es gab nur einen Haken. Man musste das Derby, ausgetragen beim Erzrivalen, gewinnen...

Die Zvezdaspieler gaben auf dem Feld alles; Delije auf den Rängen. Obligatoriasch von beiden Seiten eine Choreo. Geschmackssache, welche besser aussah. Partizan in Hz. 2 noch mit netter Pyroshow; sieht man ja immer wieder gerne. Gesangstechnisch mussten sie sich allerdings bei Delije hinten anstellen.

Ivan Bogdanov wurde auch im Gästeblock gesichtet. Seine Tätowierungen haben ihm nicht nur die Haft in Genua eingebracht; man erkennt ihn einfach....

Mehr Spielanteile reichten leider nicht aus und in der 90zigsten Spielminute wurde man jäh aus allen Träumen gerissen. 23.000 unter den 31.000 (ausverkauft) freuten sich; Tor für die Totengräber. Das war sie dann; die de facto Meisterschaft. .

Delije feierte trotzdem ihr Team, das wirklich alles gegeben hat.

Zum Schluss wurden obligatorisch ein paar Sitzschalen vom Erzrivalen abgefackelt und dann war auch das 144 Derby Geschichte.

Im Vorfeld der Partie hat Partizan 5 Busse für Anhänger aus dem Kosovo spendiert. Nette Geschichte, um sich ein paar Sympathiepunkte unter der Bevölkerung zu ergattern.

Als Fazit bleiben 2 Sachen festzuhalen.

Auf dem Feld verloren aber auf den Rängen gewonnen. 

 Danke Delije

und

Косово је Србија


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Plovdiv im Mai


Derby Plovdiv  

F.K. Botev Plovdiv  vs.  F.K. Lokomotiv Plovdiv 

08.05.2013

 

Plovdiv, die älteste Stadt Bulgariens, steht Sofia in nichts nach und hat sogar etwas, was Sofia fehlt; eine nette kleine reine Fußgängerzone. Auch sonst hat Plovdiv viel zu bieten und vor allem hat Plovdiv 2 Fußballvereine; Botev und Loko.

Das Hinspiel konnte alle Erwartungen erfüllen und war die erhoffte "(Qualitäts)Bombe". Dementsprechend groß waren die Erwartungen für das Rückspiel. Für Botev geht es noch um das erreichen eines internationalen Platzes. Für Loko "nur" um die Ehre. Das Spiel war übrigens die letzte Chance, den Botevground komplett zu erleben. Nach dem Derby wird, so jedenfalls geplant, eine Kurve dem Erdboden gleich gemacht. Man will das Stadion, Tribüne für Tribüne, neu "hochziehen". 1.800 Tix bekamen die Eisenbahner zugesprochen.

Der Corteo von Loko hinterlies einen ersten positiven Eindruck, was von den Gästen zu erwarten war. Im Stadion dann ca. 14.000 Zuschauer.

Die Stimmung von beiden Seiten, optisch wie auch akkustisch, ganz ok. Botev zu Beginn im ganzen Stadion mit schwarzen und gelben Pappen. Naja; vor 10 Jahren wäre man noch in Extase geraten. Heute entlockte es einem ein müdes lächeln. Die Rauch und Pyroshow in Hz. 2 konnte da schon mehr überzeugen. Loko mit 2 Choreos und viel Rauch. Auch die Böller, auf beiden Seiten, durften nicht fehlen. Konnte aber alles nicht an das Hinspiel anknüpfen. Nach Schulnotensystem eine gute 3+. Halt keine Bombe; eher ein "Bömbchen". Versuchte früher zwar auch meine Eltern zu überzeugen, dass eine gute 3 besser wie eine schlechte 2 sei; ist aber nicht so. Meine Eltern sind jedenfalls nicht drauf reingefallen. Logischerweise immer noch Stimmungsvoller, wie jeder Bundesligakick aber die Meßlatte lag nach dem Hinspiel halt ziemlich hoch......

Vielleicht lag es auch daran, dass keine Tore fielen. Mit dem 0-0 hat Loko die Hoffnung für Botev auf internationale Spiele brutal nieder gedrückt, was Fans und Spieler ausgiebig feierten.

So schön oder traurig kann Fußball sein.


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Und immer wieder Sofiaderby....

Derby Sofia  

P.F.K. Levski Sofia  vs.  P.F.K. C.S.K.A Sofia  

27.04.2013

 

Und immer wieder Sofiaderby. Obwohl dieses Derby selten an das Kräftemessen in Plovdiv, Sarajevo oder Belgrad heranreicht, hat es seine eigene Faszination. Vielleicht liegt es an dem Park, der guten Seele Sofias, der vor dem Derby, logischerweise, fest in CSKA-Hand ist....? Egal; wenn dann noch ein guter Freund als Reisebegleitung herausspringt, das Wetter top vorausgesagt wird und der Flugpreis stimmt, dann passt alles. Ab nach Sofia; die Stadt eine Perle des Balkans.

Durch die Tabellenplätze der Konkurrenten hegte man schon Erwartungen, sich endlich mal wieder an die 20.000er Zuschauerschallmauer heranzutasten. Die Zeitungen schrieben gar von erwarteteten 25.000. Letztendlich waren wohl ca. 16.000 im Ground was aber egal ist, solange die Kurven prall gefüllt sind. Wer braucht schon "normales" Tribünenpublikum...?

CSKA hatte, wie so oft, Mühe ihre Kurve zu füllen. Eigentlich peinlich beim wichtigsten Spiel des Jahres. Levskikurve dafür rappelvoll. Klasse Aktionen von Levski zum Spielauftakt. Eine große Blockfahne mit Schriftzug "Levski Sofia", welche die gesamte Kurve verhüllte.Unter der Blockfahne verbarg sich eine kleinere mit dem Portrait von Vasil Levski, Schirmherr des Clubs, dargestellt als Heiliger. Zum Abschluss wurde Georgi Asparuhov präsentiert. Der meist respektierte Spieler von den Fans, der bei einem tragischen Verkehrsunfall im Alter von 32 Jahren viel zu früh verstarb.

Auch die Aktionen von CSKA ganz nett. Reichten aber, wie auch die Stimmung, nicht an Levski heran.
Der Spielverlauf passte. Jeder durfte mal jubeln und letztendlich ging Levski als Sieger vom Platz und wahrte so alle Meisterschaftchancen.1-0, 1-1, 2-1. Der Spielverlauf war für die Stimmung optimal.




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Der "Stiefelbesuch"

Derby Genua  

F.C. Genoa 1893  vs.  U.C. Sampdoria  

14.04.2013


oder

eine Reise in die Vergangenheit....

wer mich kennt, weiß, dass ich schon früh einen Faible für das Land und speziell für dieses Derby entwickelt habe. Keine Ahnung, ob man es mit dem Wort "Fetisch" umschreiben kann aber 10 genueser Derbys in den Jahren 1994 bis 2006, also alle, die in diesem Zeitraum stattfanden, sprechen eine eigene Sprache. Jeder Fan des Stiefels weiß aber auch um das Datum 02.02.2007 und plötzlich war nichts mehr wie zuvor.....

Man war selbst live dabei, beim Spiel Catania vs. Palermo, als der Calcio starb und nichts mehr so sein würde wie vor diesem Spiel.

Nichtsdestotrotz wurde man von einem nordeutschen Groundhopperkollegen für das Derby überredet. 30 Taler und die irische Abzockairline brachte einen günstig nach Bergamo. Das Rahmenprogramm mit Spielen in Citadella, Bergamo und Milan vs. Napoli passte aber Italien ist halt nicht mehr das, was es einmal war.

Das Derby "della Lanterna" war dann auch nicht so berauschend, wie in früheren Jahren. Ausverkauft war es übrigens nicht. Die Gradinata Nord präsentierte keine ihrer wunderschönen Choreografien. Sie sind immer noch sauer auf den Präsidenten, der nach dem Vorfall beim Spiel gegen Siena jede Menge Stadionverbote erteilte; Spielverderber. Die Sampdoriatifosis mit einem recht ordentlichen optischen Auftakt. Die akkustische Atmosphäre haute einen nicht vom Hocker, war aber ok. Friede, Freude, Eierkuchen trennte man sich 1-1.

Fazit: Dank günstiger Anreise und Rahmenprogramm kann man solche Reisen in die Vergangenheit schonmal unternehmen...

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Reclaim the Game

Unterwegs die Welt der Fußballfans zu entdecken


In diesem Blog werden Euch Videos und Bilder von interessanten Fußballspielen in Europa und auch ausserhalb Europas präsentiert.

Dabei geht es weniger um das geschehen auf dem grünen Rasen, wo 22 Akteure versuchen eine in Leder gehüllte Schweinsblase in das gegnerische Tor zu bugsieren; es geht um das geschehen auf den Rängen.


Präsidenten kommen und gehen; Trainer kommen und gehen; Spieler kommen und gehen.


WIR Fans bleiben immer; denn WIR bilden den Verein


Viel Spaß




In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über die Fußballspiele die Du nicht gesehen hast, als über gesehene Fußballspiele, die Dich entäuscht haben.