Levski Champion "lalalalala"....

Wie oft hörte man diese Gesänge bei den Derbys; egal ob man Kontakt zur Tabellenspitze hielt oder im Mittelfeld rumkrebste. Dieses mal bekam man die Champions-Gesänge, glücklicherweise, nicht sooft zu hören. Obwohl; dieses mal wären sie durchaus berechtigt gewesen. 

Levski empfing als Tabellenführer den Geldverein aus dem Dorf Razgad. Unser vorab geplantes Spiel, CSKA vs. Vitosha, wurde abgesagt. Die Gründe; typisch bulgarisch…..Der Gastverein trat nicht an. Die Spieler trugen Sorge, bei einem Sieg nicht unversehrt Sofia verlassen zu können. Aber warum dann der Protest von CSKA vor dem Justizministerium? Ein Ministeriumsmitglied, ehemaliger Spieler bei Vitosha, hatte wohl auch bezüglich der Absage seine Finger im Spiel.

Leute; bei diesem ganzen Klüngel an Korruption, Macht, Geld und Einfluss verliert man schnell den Überblick. Statt Spitzenspiel gab es dann einen Jugendkick im Balgarska-Armija-Stadion. Auf das Freundschaftsgekicke verzichtete man und schipperte ausgeschlafen gemeinsam mit Uni und Rene gemütlich für faire 9 Leva mit dem Zug Richtung Sofia.

Mehr zufällig bekam man dann noch den Schluss der „Gerechtigkeit für CSKA“ -Demo in Sofia mit. Das waren locker 2.000 bis 3.000 CSKA-Wutbürger, die da durch die Straßen maschierten.


Nun ja; ob es was bringt? Uni und ich wünschen den "Animals" (führende CSKA-Gruppe) auf alle Fälle viel Glück; das Sofiaderby fehlt einfach in der bulgarischen Fußballlandschaft......


Jetzt galt die Konzentration aber erstmal dem ewigen Rivalen von CSKA; dem Polizeisportverein.

P.F.K. Levski Sofia  vs.  F.K. Ludogorets 1947 Razgrad 

 

18.10.2015



Ein unterklassiges Spiel in Sofia blieb uns vergönnt. Man war zwar an der Spielstätte aber über diesen Rasen rollte schon seit Jahren kein Leder mehr. Im Levskiground traf man dann, wie verabredet, Fump, der mit seinem 45 PS Terror-Corsa ohne Radio eine dreiwöchige Balkantour absolvierte. Die Hütte war beim Spitzenspiel richtig voll. Sogar aus Razgrad waren ca. 120 Mann am Start. Da hat der Sponsor sicherlich mit ein paar Leva nachgeholfen.

Sektor B präsentierte zu Spielbeginn eine Choreo über die gesamte Kurve. 



Was allerdings noch schöner war, man mit Bildern schlecht zeigen kann, war die Tatsache, dass bei Liedern und Klatscheinlagen eine wirklich sehr hohe Mitmachquote zu bewundern und vor allem zu hören war. Bei Schalparaden zog das ganze Stadion mit. Zuschauer werden es zwischen 12.500 und 13.500 gewesen sein. Die Zeitungen schrieben bis 15.000 im www werden knapp 11.000 angegeben. Beim darauffolgenden Heimspiel gegen die Schwarzmeerflotte aus Varna waren übrigens keine 2.000 Zuschauer anwesend……

Zur Eröffnung der zweiten Halbzeit brannte der Sektor B. 

 








Das geschulte Auge von Fump will ca. 120 Fackeln gesehen haben. Für Pyrofans bleibt der Balkan Reiseland Nummer 1. 

 

Die entstandene Rauchentwicklung sorgte anschließend für eine mehrminütige Spielunterbrechung. Es kam schon ein kleines Herbsfeeling auf, als der Rauch ganz friedlich übers Feld bis hin zum Gästeblock zog. Schöne Grüße von Sektor B an seine Gäste ;-)





















Ludogorets glich noch in Spielminute 60 durch ein Freistoßtor aus. Respekt! Super Schuß; tolles Tor. Würde bei uns locker Tor des Monats werden. Der Stimmung tat der Gegentreffer keinen Abbruch aber es fielen auch keine weiteren Tor.

Die Meisterschaft bleibt spannend.

Man verabschiedte sich von Fump, der eine Kfz-Übernachtung vorzog und den man am nächsten Tag in Blagoevgrad wieder im gebuchten Hotel treffen würde.

Am nächsten Tag ging es dann zusammen mit Rene für faire 10 Leva mit dem Bus nach Blagoevgrad. Rene löste noch für schlappe 10 Leva ein Einzelzimmer in der Nähe meines gebuchten Hotels und dann ging es zu dritt mit Fump zu äußerst leckerem Speiß und Trank.

Abends dann die Partie des Aufsteigers Pirin vs. Stara Zagora und somit endlich ein neuer Ground.
Pirin verlor und wird wohl auch wieder absteigen aber die Tribüne ist schön und groß; nur die Pirin-Fans ziemlich wenig und viel zu jung......

Fump nahm mich am nächsten Tag in seinem Corsa mit nach Sofia zurückt, von wo aus ich zurück flog und dann war auch dieser kleine Balkantrip wieder Geschichte.

Fazit: Levski konnte voll überzeugen und das Plovdivderby war ein Derby im "Balkanstyle". Und Blagoevgrad? Schöner Ground, tolles Essen und Trinken und preiswertes Übernachten.


Ihr habt bezahlt; ihr dürft nicht geh`n...

Ein besonders Wochenende lockte mich nach Bulgarien. Samstags fand das Plovdivderby statt, sonntags trafen in Sofia jeweils die Tabellenführer in Liga 1 und 3 gegen den Tabellenzweiten an und montags konnte man in Blagoevgrad noch einen neuen Ground machen.

Doch der Reihe nach.

Derby Plovdiv  

 

F.K. Lokomotiv Plovdiv  vs.  F.K. Botev Plovdiv  

 

17.10.2015



Vor dem eigentlichen Highlight schaute man nochmal kurz auf der Botevbaustelle vorbei, um eventuelle Baufortschritte zu erkennen. Für alle, die sich auf ein Derby im neuen Botevground, der eigentlich schon letzte Saison fertigstellt sein sollte, freuen; hoffe eure Freude hält noch Lange an. Ob ich nochmal vor meinem 50zigsten Geburtstag in den Genuss von einem Plovdivderby mit Botev Heimrecht komme, darf stark bezweifelt werden. 

Kein Baukran, kein Bagger, da liegt noch nichtmal eine Schaufel rum. 3 halbfertige Tribünenteile und die Stahlträger rosten vor sich hin. Auf dieser Baustelle hat schon längere Zeit kein Bulgare mehr etwas bewegt und falls doch, dann nur sich selbst; nämlich auf Nimmerwiedersehen von dieser Bauruine……Nun ja, dem Stadionmodell ala „Einheitsbrei“ mit Sitzschalen in den Farben gelb und schwarz fieberte man eh nicht entgegen. Aber die Bildergegenüberstellung; da ist noch deutlich Luft nach oben zwischen Soll und Ist-Zustand……

















Auf der Hauptstraße zum Lautapark suchte man sich in einer einheimischen Schänke ein gemütliches Plätzchen, um bei einem Pirinsko beide Corteos, die an der Kreuzung vorbeigeführt wurden, zu beobachten. Aus dem Alter, dass man sich begeistert, wenn junge und nicht mehr ganz so junge Männer mit einem Hauptbanner geschlossen zu einem Fußballspiel laufen, dabei Pyrotechnik zünden, laute Lieder singen und finster dreinschauen (oder es zumindest so versuchen); aus dem Alter bin ich endgültig draussen. Botev schaute schonmal besser aus; Loko fehlt die Masse….

Kommen wir zum Spiel. Botev erhielt nur 500 Karten; in den vorhergesehenen Gästesektor passt locker das Dreifache. In diesen Ländern ist es dann auch oftmals so, dass 100 oder 200 ohne gültige Eintrittskarten trozdem Einlass gewährt wird; man möchte halt auch keinen Ärger. Dieses mal wurde diese Deeskalationstaktik nicht gefahren; kur vor Spielbeginn verlies ein Großteil der Botevanhänger den Block und Banner wurden abgehängt…..

Schöner Mist; bzw. muss man respektieren. Anscheinend Boykott, weil doch nicht alle Botev-Anhänger ohne gültiges Ticket den Auswärtsblock betreten durften. Was draussen vor sich ging, wusste man nicht; man konnte es nur erahnen. Ruhig blieb es anscheinend nicht. Die Lokoanhänger verliesen daraufhin auch alle erstmal ihren Block. Frei nach dem Motto; wenn die Bultras, so der Spitzname der Botev Ultras, gehen, na , dann werden wir sie doch erstmal auf der Straße herzlich begrüßen. Die Staatsmacht hatte was dagegen, die Lokoanhänger kehrten wieder auf ihre Plätze zurück und auch die Bultras wurden wieder in den Block geprügelt. Dort begannen sie weiter mit der „Filetierung“ des Gästesektors. Die morschen Wellenbrecher gaben auch nicht lange Gegenwehr, bevor man versuchte die herausgerissenen Teile auf dem Platz zu entsorgen………

Auf der Lokotribüne gab es als optischen Eröffner eine Blockfahne mit etwas Rauch und ein Feuerwerk. Dazu noch ein paar schwarz weiße Fahnen aber viel zu wenige; nix dolles.




Als es in Minute 15 und 17 einen Doppelschlag von Loko gab, verliesen die Bultras wieder den Block, während die Lautajungs auf dem Platz feierten. Vor allem bei dem zweiten Treffer gab es kein halten mehr.....



Die Bultras wurden wieder zurück in den Block geprügelt; die Lokojungs kehrten freiwillig zurück. Die Gäste sichtlich angefressen versuchten dann einen Platzsturm und hatten ein Gitter sogar schon auf; zuviel Staatsmacht verhinderte ein verbotenes betren des Innenraums. 





Mit Levski oder Legia im Gästesektor wäre das Spiel nicht so ruhig über die Bühne gelaufen. Platzsturm/Spielabbruch nicht geglückt; verbrennen wir einfach unser Choreomaterial um das Gesicht nicht zu verlieren. So kam mir die anschliesende Aktion jedenfalls vor. Im Gästeanhang fing man an, das vorab verteilte Choreomaterial, Fähnchen und Folienspruchband, gezielt zu verbrennen. Partizan hat es mal vorgemacht und da hatte das Ganze auch Hand und Fuß und vor allem; eine ganz andere Dimension. Jetzt loderte mitten im Gästeblock ein trauriges Feuerchen. Also; zukünftig mit den vorab verteilten Fähnchen wieder kräftig wedeln; sieht einfach besser aus…..
 


 







Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es dann eine vernünftige Pyroshow über die gesamte Lokogerade. Garniert mit einer runden Loko Überziehfahne. Später wollte man noch einen transparenten Folienbanner zum leuchten bringen; einzig die Pyrotechnik war schon fast komplett aufgebraucht. Das müssen die Glatzen noch üben…..








Mit dem Anschlusstreffer in Minute 48 wurden auch einige Bengalen im Gästesektor abgebrannt 

 





und auf der Aschenbahn entsorgt. 





Es flammte soetwas wie Stimmung bei den Bultras auf. Dann passierte bis zum Spielende nicht mehr viel. Vielleicht noch erwähnenswert ein gezeigtes Spruchband der Lokojungs „BULTRA$ NOT WELCOME“. Eine Anspielung an das Derby vom 04.11.2012


Die "BULTRAS" wollten zwar zuvor schon zweimal gehen aber wie in der Überschrift vermerkt; "Ihr habt bezahlt, ihr dürft nicht gehen...." wurde dem vorzeitigen verlassen des "Events" ja von Staatseite ein Riegel vorgeschoben.

Was bleibt als Fazit...?

Das Derby war def. kein Highlight. Es war weder Fisch noch Fleisch aber auf dem Balkan schmeckt auch Salat. :-) Frei nach einem an Stanley Kubricks Meisterwerk Clockwork Orange angelehnten Song. "In einer Zeit in der man nur noch lebt, um täglich die Champions League *zernsiert*" ist man um jede Abwechslung in den gelobten Ländern DANKBAR !!!!

Zum Schluß noch ein Video aus Sicht der BULTRAS

 

Und ganz zum Schluß noch das Model zum neuen Loko-Stadion.

Keine Ahnung wer den Bulgaren neue blühende Stadionlandschaften versprochen hat......


Sind wir einfach froh, wenn die Umsetzung dieser Projekte noch einige Zeit in Anspruch nimmt und erfreuen uns weiterhin an Fußball der Marke "Balkan-Style"

Weißer Rauch...

steigt er auf dem Petersdom in die Lüfte, sind die Gläubigen glücklich, da ein neues katholisches Kirchenoberhaupt gefunden wurde. 

In Fußballstadien sieht man ihn hingegen nicht so gerne.


Der Anblick der Delijekurve verleitete mich einfach zu diesen einführenden Worten.

Nichst gegen die Kirche; am Bodenpersonal happert es manchmal....




Derby Belgrad

 

F.K. Crvena Zvezda  vs.  F.K. Partizan Beograd

 

12.09.2015

 

Nach den unschönen Vorkomnissen beim letzten aufeinandertreffen im April diesen Jahres, lies die Staatsmacht aus Sicherheitsgründen geschätzte 5000 Plätze sperren. Wer jetzt denkt, es wäre ein Pufferblock auf der "Istok"-Tribüne, auf der sich bekanntermaßen auch immer viele Grobarianhänger befinden, freigelassen worden, der täuscht.

Die 5.000 freien Plätze (wenn es denn überhaupt 5.000 waren) befanden sich direkt neben der Delijekurve, wo sich erfahrungsgemäß nur Zvezdaanhänger befinden. Sinn dieser Aktion? Keine Ahnung.... Auf dem Balkan ticken die Uhren halt noch anders. Immerhin war eine Polizeikette sichtbar, um Partizan und Zvezdaanhänger zu trennen. Hätte auch beim letzten Aufeinandertreffen vieles an Ärger vermeiden können......

40.241 Fans liesen sich auch nicht von den Vorkomnissen und gesperrten Plätzen abschrecken das Spiel live zu begutachten. Sie sollten ihr kommen nicht bereuen. 

Zvezda ging mit ordentlich Punkttevorsprung in die Partie. Partizan hatte noch ein Nachholspiel und dieses Spiel war definitv nicht die letzte Chance für die Totengräber das Steuer in Sachen Titelgewinn nochmal herumzureisen. Schließlich gibt es seit dieser Runde in Serbien eine abschließende Meister und Abstiegsrunde. 

8 Mannschaften kämpfen um den Titel; 8 weitere um den Klassenerhalt. Das es in einer 16zehner Liga nach 30 Spieltagen keine weiteren 14 Spieltage geben kann ist klar. Nach einem Verteilerschlüssel wird entschieden, wer bei den einzelnen Partien in der entscheidenden Meister oder Abstiegsrunde jeweils Heimrecht geniest. 
Fragt mich bitte nicht, wie dieser Verteilerschlüssel aussieht. Wahrscheinlich wissen es die Verantwortlichen vom serbischen Fußballverband auch noch nicht....

In der Nordkurve wurde zu Spielbeginn eine Choreo präsentiert. Mittig eine Blockfahne, rechts und links rote und weiße Pappen. Die Blockfahne zeigte einen Löwen, der ein schwarz-weiß gestreiftes Zebra erlegte; parrallelen zu den Vereinsfarben von Partizan sind rein zufällig....





Die Choreo verschwand und weißer Rauch stieg empor. Letztes Jahr war es roter Rauch; irgendwann gehen halt jeder Kurve mal die Ideen aus. Definitiv kein herabwürdigen der Aktion und vor allem; immer wieder schön anzusehen.



 




Die Totengräber verzichteten auf einen optischen Eröffner. Sie hatten am 02. November 2013 ihren großen Auftritt, als das Choreomaterial in Flammen aufging.

http://qualitaetsfahrer.blogspot.de/2013/12/balkantour-teil-iii.html

Stimmung vor dem Spiel von den Totengräbern richtig gut aber pünktlich zum Anpfiff, als hätte jemand einen Stecker gezogen, hörte man nicht mehr viel von der Süd.

Zvezda ging in Spielminute 27 mit 1-0 in Führung. 













 


Partizan glich mit dem Halbzeitpfiff aus. 



In Spielhälfte 2 ging Zvezda in der 50zigsten Spielminute mit 2-1 in Führung und machte 5 Minuten später mit dem 3-1 den Sack zu. (Und wieder 5,- Euro ins Phrasenschwein).










Zuvor gab es aber eine Pyroshow der Totengräber zu bewundern. Da man einen Teil des Materials schon beim zwischenzeitlichen Ausgleich "verballert" hatte,  wurde der Rest am Zaun abgebrannt; sah auch zufriedenstellend aus.













Delije präsentierte nach dem 3-1 noch eine wunderschöne Pyroshow über die gesamte Kurve. Einfach immer wieder ein schöner Anblick.



Die Sonne fast am Horizont verschwunden. Es ist halbdunkel und dann erstahlt eine ganze Kurve in bengalischen Feuern und bringen Licht ins Dunkle; gibt es etwas romantischeres...?



Optisch hatte das Derby alle Erwartungen erfüllt. Das Spiel auf dem grünen Rasen gar übertroffen. Noch kein besseres Spiel auf serbischen Rasen gesehen. 

Das war ein richtiges Derby. Kampfeinsatz, kein Ball wurde verloren gegeben und manchmal blitzte sogar soetwas wie spielerisches können auf.

Nur die Stimmung; die war für einen 3-1 Derbysieg etwas mau. Streckenweise richtig gut und laut und hohe Mitmachquote aber diese Strecken waren zu selten und zu kurz. Vor allem nach dem 3-1 war von der Nord nicht mehr wirklich viel zu hören. 

Trotzdem mag ich mich nicht beschweren. Wer zum ersten mal das Derby erlebt hat, wird noch in Jahren davon schwärmen.



Uwe und ich hingegen schwärmten nach dem Derby noch in die geniale Partystadt und suchten erst wieder in den frühen Morgenstunden unser Apartment auf......


Am nächsten Tag hätte man sogar noch einen neuen Ground machen können; 13. Mai Zemun. Ein Viertligist. Liegt aber ca. 10 Kilometer ausserhalb von Zemun. Man hätte sich um 07:00 Uhr aus dem Bett quälen müssen. Wer Belgrad kennt weiß; meißt fällt man erst ein paar Stunden vor 07:00 Uhr in die Federn....... 

Wir liesen an diesem herrlichen September den 13. Mai links liegen und machten zum überaus genialen Strand, um bei schönem Wetter bei ein paar Jelen die Seele baumeln zu lassen.

Ganz ohne Fußball wollte man den Sonntag dann doch nicht ausklingen lassen.

O.F.K Beograd  vs.  F.K. Jagodina

 

13.09.2015




Im Ground vom OFK gibt es ein geniales Restaurant; soviel hatte ich noch in Erinnerung und deshalb fiel die Wahl auf OFK.

Das Restaurant gibt es immer noch und der Ground von OFK ist immer noch genial. Eigentlich der drittbeste in Belgrad. Nur wo sind die Fans....? Bei meinem ersten Besuch 2007 hatte OFK eine kleine aber feine Fanszene. Im Jahr 2011 brannte bei der 100Jahrfeier des Vereins das ganze Stadtviertel. Ok; beim darauffolgenden Heimspiel waren wieder nur 400 bis 600 Zuschauer anwesend. Verstehe ich immer noch nicht......Das Jubiläum wird gefeiert und beim nächsten Heimspiel bleibt man zuhause....?

Und heute...? Heute waren knapp 150 zahlende sportinteressierte Kollegen vor Ort....

Wo sind die ganzen Fans geblieben...? Haben die Stress auf Arbeit, beim Studium? Familien gegründet oder sich ein anderes Hobby gesucht? So richtig verstehen möchte man das ganze nicht.

Spiele wo man die Ersatzspieler auf der Auswechselbank tuscheln hört, sind nicht so mein Ding. Aus diesem Grund verbrachte man auch die erste Halbzeit im Restaurant; immerhin mit eingeschränktem Blick aufs Spielfeld.

Leider oder glücklicherweise gehöre ich nicht der Generation an, die täglich "Selfies" anfertig und immer das Essen mittels Smartphone für die Ewigkeit festhält; dieses mal hätte ich es besser gemacht......

 Effi, Uwe und ich bestellten uns jeweils einen Grillteller mit Kartoffeln als Beilage. 

Was dann kam, ärgere mich noch heute, dass ich keine Bilder gemacht habe, war einfach nur genial. 

Eine Beilagenschüssel mit ein paar Kartoffelscheiben. Vielleicht 150 Gramm. Lecker gewürzt; ohne Frage......

Und ein Behältnis voll mit Grillfleisch. Alle möglichen Tiersorten in allen möglichen Variationen zubereitet; einfach ca. 3 Kilogramm Grillfleisch. Welch ein Anblick.

Vegetarier oder Veganer wären bei dem Anblick tot umgefallen; meine Hausärztin wegen meinem erhöhten Cholesterinspiegel wahrscheinlich auch........

Zur Ehrenrettung des Balkans. Hier gibt es auch richtige leckere Salatteller, von denen sogar ich schon welche verspeißt habe. Klingt seltsam; ist aber so!

Da, wie bereits erwöhnt, leider keine Bilder von dem Grillteller vorliegen, gibt es Bilder von dem OFK Ground und der ist ja auch recht genial.










Fazit der Tour: Was soll ich schreiben...? Auch wenn ich Anglezismen nicht mag; Belgrad?

 I love it....









POKALENDSPIEL


und zwar das einzig wahre, welches an diesem Termin in Europa abgehalten wurde. Ne, nicht in Berlin; aber Burgas fängt ja auch mit „B“ an.



Die Reise zum schwarzen Meer startete bereits donnerstags nachmittags. Mit Der S-Bahn zum ZOB nach Mannheim. Weiter mit einem Fernreisebus, man hatte noch Tickets aus einer Promoaktion vom Lidl für 9,99 Euro die einfach Strecke, nach Dortmund.


Am Hbf. in Dortmund die Nacht um die Ohren geschlagen, da die Zockerei, ein günstiges Bett im Hostel nähe Bhf zu bekommen, fehlschlug. Im Sommer geht sowas aber schonmal. 


Gegen 07:30 Uhr trudelte Reisebgleitung Uni ein. Gemeinsam mit dem Nahverkehr nach Holzwickede und dann ging es im Wizz-Flieger nach Sofia. Dort gelandet und mit dem Bus in die Innenstadt. Danach per Fuß zum Hbf. und weiter ging die Reise im 7stündigen Zug nach Burgas; selbstverständlich 1. Klasse. Sowas gönnt man sich schon für schlappe 5 Taler Aufpreis bei 7 Stunden Zugfahrt. 30 Leva; als ca. 15 Euro kostete die Zugfahrt.


In Burgas enfernte man sich per Fuß von der Taximafia am Hb.f, krallte sich ein Taxi am Wegesrand und für kleines Geld wurde man zu seiner Unterkunft chauffiert; Hotel Milano am schwarzen Meer; Urlaubsfeeling ole.


Viel Reiseaufwand (S-Bahn, Zug in Deutschland, Flieger, Zug in Bulgarien, usw.) für ein Zielspiel. Ob es sich lohnen sollte lest ihr in den nächsten Zeilen.



Pokalendspiel Bulgarien in Burgas

 

30.05.2015

 

P.F.K. Levski Sofia vs. P.F.K. Cherno More Varna 

 




Bis der Endspielort und Datum feststanden verging einiges an Zeit. Levski war der Endspielort zu nahe an Varna. Der Verband reagierte und verlegte nach Stara Zargora. Blöderweise fragte man beim Verein nicht nach und die fanden die Verlegung nicht wirklich lustig. Die Fans von Stara Zargora mögen die Fans aus der Hauptstadt nicht wirklich....

Levski machte daraufhin den Vorschlag im Nationalstadion in Sofia auszutragen, was verständlicherweise bei Cherno More auf wenig Gegenliebe stieß...


Levski willigte dann letztendlich für Burgas unter 2 Bedingungen ein. 

Spielverlegung auf Samstag, damit viele Fans aus Sofia anreisen können und mind. 10.000 Tickets für die Levski Fans. 

Schön, dass in der modernen Fußballwelt ein Verein noch soviel Macht auf einen Verband ausüben kann.

Zum Schluss wurden es 11.000 Tickets und 14.000 Blaue waren wohl letztendlich im Stadion. 2.500 Cherno More Fans, ein Pufferblock von 1.000 Plätzen blieb frei und der Rest war normales/neutrales Publikum. 17.000 sportbegeisterte im 18.000fassenden Stadion von Burgas.

Nebenbei bemerkt für Flutlichtfans; den Ground von Burgas erhellen 10 Masten.




Levski bekam die gesamte Gegentribüne. Die komplette, von der Haupttribüne aus gesehen, rechte Hintertortribüne. Von der linken Hintertortribüne einen Block. Dann kam der Pufferblock und ein Block mit den Fans aus Varna. Die Haupttribüne wurde brüderlich geteilt.


Stimmung von Levski top. Cherno More aufgrund der Masse akzeptabel. Haben aber wohl nicht alle Karten für ihren Kurvenblock an den Mann bringen können. Für so ein wichtiges Spiel und bei der Entfernung……..



Kurz zur Ausgangslage. Mit einem Spiel und den möglichen Gewinn des Pokals konnte Levski die gesamte verkorkste Saison retten. Ebenso euphorisch die Fans, für die der Pokalgewinn reine Formsache war.



Mit Anpfiff gab es eine Choreo auf der Gegengerade und in der Kurve.






 


Die Blockfahne verschwand und es gab Pyrotechnik.



















Auch die Jungs aus Varna liesen sich was einfallen. Sogar eine „bewegte“ Choreo. Ein Varna Schiff, welches ein Levski Schiff auf dem Meer in der Mitte durchbricht.











Stimmung in Halbzeit eins, trotz mäßigem Kick auf dem grünen Rasen, von Levski mehr als zufriedenstellend.







Das Spiel auf dem grünen Rasen plätscherte auch in der zweiten Spielhälfte vor sich hin. 

Anzumerken wäre noch, dass in der 38zigsten Spielminute ein Varnaspiele die gelb-rote Karte erhielt; Schubserei des Unparteiischen.....  Als in Spielminute 72 dann endlich die 1-0 Führung für Levski fiel, war eigentlich klar; der Drops ist gelutscht.



Vorher gab es aber von Levski zu Beginn der zweiten Spielhälfte eine schöne Pyroaktion. Die gesamte Gegengerade und Kurve brannte.










Auch während der zweiten Halbzeit die Stimmung auf Seiten der blauen mehr als gut, obwohl die Mannschaft einen Grottenkick auf dem grünen Rasen ablieferte. Nun ja, wie bereits oben erwähnt fiel in Minute 72 der Führungstreffer und jeder dachte; das wars. Immerhin war Levski ja auch seit Spielminute 38 in Überzahl.






Trotz drohender Niederlage vor den Augen präsentierten die Schwarzmeerfans noch eine kleine Pyroshow.



Ob die kleine Pyroeinlage die Mannschaft noch mal gepusht hat? Keine Ahnung aber die Mannschaft aus Varna wurde für ihren aufopferungsvollen Kampf belohnt und erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit, der Unparteiische kündigte 5 Minuten Nachspielzeit an, den völlig verdienten Ausgleich.


Torjubel bei den Varnafans, fliegende Sitzschalen bei den Levski Anhängern. 




 

Ein kleiner Ausrutscher und in der Nachspielzeit wird Levski das „Ding“ in Überzahl schon heimschaukeln. So dachte wohl jeder im Stadion. 

In Minute 119 der Nachspielzeit wurden 14.000 Levski Anhänger aus ihren Träumen von einem Pokalerfolg gerissen und ich von einer möglichen Europa League Gruppe mit Levski, Roter Stern, Legia, usw...... Varna erzielte den völlig verdienten Siegtreffer zum 2-1. Grenzenloser jubel bei Spielern, Trainer, Ersatzspielern, Fans, Offiziellen………


Und die Levskifans….? Die verarbeiteten die drohende, und letztendlich nach dem Schlusspfiff erfolgte Niederlage, auf ihre Art und Weise. Knallkörper und jede Menge Sitzschalen flogen auf das Spielfeld. Ein geplanter Platzsturm wurde von der aufmerksamen Staatsmacht vereitelt und die vermummten Levskianhänger, welche auf dem Spielfeld rumturnten, zogen den Rückzug vor.








Ein völlig verdienter Sieg für die Schwarzmeerflotte, die zu keinem Zeitpunkt das Spiel verloren gaben; trotzt Unterzahl ab Spielminute 38! Levski auf den Rängen TOP; auf dem grünen Rasen FLOP. Grottenauftritt von Levski, die nicht zu Unrecht in der Abstiegsrunde kicken mussten. 
 

Nach dem Spiel noch von Teamchef und Boris verabschiedet und ab zum Hotel. Schließlich musste man am nächsten Tag wieder früh raus zum Busbahnhof. Uni schlug es nach Tarnovo, mich nach Sofia zum letzten CSKA-Heimspiel, da mein Flieger eh am nächsten Tag um 06:15 von Sofia aus abhob.


Ev. sogar zum letzten höherklassigen CSKA-Heimspiel auf lange Sicht, da CSKA keine Lizenz für die höchste Spielklasse nächste Saison bekommt. 5.000.000 Euro Schulden lasten auf dem Verein. aber da ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen; wir befinden uns hier in Bulgarien…..


In Sofia angekommen schnell noch im vorab gebuchten Alabin eingecheckt und dann ab in den Park, der guten Seele Sofias.


31.05.2015

 

P.F.K. C.S.K.A. Sofia  vs.  P.F.K. Litex Lovich



Der Pressecheffe erzählte etwas von 10.000 Zuschauern, die man erwarten würde. Ähm…? und morgen fällt dann der erste Schnee.....Er revidierte sich dann auf mein Nachfragen auf 7.000 bis 8.000. Letztendlich waren es wohl 3.000 und das ist schon respektierlich, bedenkt man, dass es bei dem Spiel für CSKA um nichts mehr ging. 

Der Ground wurde etwas renoviert. In der CSKA Kurve wurde jetzt eine „Supporterszone“ eingerichtet, wie mir der Pressecheffe stolz erklärte. 3 betonierte Stehplatzblöcke mit Wellenbrechern. Dazu wurden noch ein paar neue Sitzschalen ins weite rund gekloppt und vorhandene Sitzschalen neu gestrichen, damit das ganze frischer aussieht.


Kommen wir zum Spiel. Aus Lovech 15 Mann angereist. Das Tore schießen hat CSKA nicht verlernt. Heute waren es gar 4; eins wurde wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gewertet.

Nach dem 2-0 eine kleine Pyro/Raucheinlage der Fans.









Durchgehender support von CSKA, schönes Spiel auf dem Rasen, top Wetter. Das sind die Zutaten für einen gemütlichen Sonntagnachmittag.









Nach dem Spiel ging man noch einen Happen essen, dann ab ins Alabin, um 04:00 Uhr raus und für bekannte faire 7 Euro zum Flughafen und schon war auch diese Tour wieder Geschichte.



Fazit: Relativ langer Anreiseweg für das Zielspiel, der sich aber gelohnt hat. Zumindest auf den Rängen legte Levski die gewohnte Top Qualität ab. CSKA hat, aktueller Stand 05.06.2015, auch wieder die Lizenz für die nächste Saison; alles wird Gut…..

Ach ja; bezüglich meinem Traum von der Europa League Gruppe. Schon klar, dass es so eine Gruppe niemals geben würde. Man blickt bei der Auslosung eh nicht mehr durch, welche Vereine/Länder, welchen Töpfen zugelost werden dürfen und welchen nicht. Die UEFA würde das schon managen......Aber die Gedanken sind frei und träumen darf man doch noch....

 


Reclaim the Game

Unterwegs die Welt der Fußballfans zu entdecken


In diesem Blog werden Euch Videos und Bilder von interessanten Fußballspielen in Europa und auch ausserhalb Europas präsentiert.

Dabei geht es weniger um das geschehen auf dem grünen Rasen, wo 22 Akteure versuchen eine in Leder gehüllte Schweinsblase in das gegnerische Tor zu bugsieren; es geht um das geschehen auf den Rängen.


Präsidenten kommen und gehen; Trainer kommen und gehen; Spieler kommen und gehen.


WIR Fans bleiben immer; denn WIR bilden den Verein


Viel Spaß




In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über die Fußballspiele die Du nicht gesehen hast, als über gesehene Fußballspiele, die Dich entäuscht haben.